Stellungnahme des KFV Görlitz zur avisierten Kürzung der investiven Fördermittel im sächsischen Brandschutz
Stellungnahme des KFV Görlitz zur Kürzung investiver Fördermittel im sächsichen Brandschutz
Sicherheit braucht Verlässlichkeit – keine Kürzungspolitik auf dem Rücken der Feuerwehren
Mit großem Unverständnis verfolgt der Kreisfeuerwehrverband Görlitz e. V. die Entwicklungen rund um den
Haushaltsentwurf 2025/26 des Freistaates Sachsen. Die angekündigte Reduzierung der investiven
Fachförderung im Bereich Brandschutz ist ein fatales Signal – für die Einsatzbereitschaft der Feuerwehren, für
die Sicherheit der Bevölkerung und für das Ehrenamt.
Was konkret auf dem Spiel steht
Investitionen drohen zu stocken:
In vielen Kommunen unseres Landkreises stehen notwendige Ersatzbeschaffungen von Fahrzeugen, Ausrüstung
und Technik an. Ohne eine ausreichende Fachförderung wird ein Investitionsstau unausweichlich – mit
unmittelbaren Auswirkungen auf die Schlagkraft unserer Feuerwehren.
Sanierungen und Neubauten geraten ins Wanken:
Zahlreiche Gerätehäuser in unserem Verbandsgebiet entsprechen nicht mehr den sicherheitstechnischen und
organisatorischen Anforderungen. Die Einstellung ergänzender Fördermittel gefährdet geplante Neubauten und
zwingt Kommunen zum Aufschub dringend notwendiger Sanierungen – mit Konsequenzen für Motivation,
Nachwuchsgewinnung und Einsatzbereitschaft.
Waldbrandschutz braucht mehr als Absichtserklärungen:
Gerade in einer Region mit hoher Waldbrandgefährdung ist es unverständlich, warum Mittel für das
Waldbrandschutzkonzept gestrichen werden sollen. Notwendige Ausrüstung, Ausbildung und
Taktikanpassungen können nicht ohne Unterstützung erfolgen. Waldbrandschutz ist eine Daueraufgabe – kein
Haushaltslückenfüller.
Wir erinnern an den gesetzlichen Auftrag
Der Freistaat Sachsen ist nach § 8 Abs. 1 Nr. 3 SächsBRKG verpflichtet, die Kommunen bei der Erfüllung ihrer
Brandschutzaufgaben zu unterstützen – mindestens in Höhe der Feuerschutzsteuer. Diese Pflicht darf nicht
durch eine stillschweigende Reduzierung des Förderniveaus unterlaufen werden. Der bisherige Betrag von rund
40 Mio. Euro jährlich hat sich über Jahre als notwendig erwiesen – angesichts steigender Anforderungen und
Kosten wäre eine Kürzung ein Rückschritt in eine sicherheitspolitische Sackgasse.
Unsere Position ist klar - Wir als Kreisfeuerwehrverband Görlitz e. V. fordern:
die vollumfängliche Weiterführung der investiven Fachförderung auf mindestens dem bisherigen Niveau
die Fortsetzung des sächsischen Sirenenförderprogramms
die Umsetzung und Fortführung der Beschaffungen im Rahmen des Waldbrandschutzkonzeptes
die zügige Umsetzung der Ausbauplanungen an der Landesfeuerwehr- und Katastrophenschutzschule in Nardt
die Einbindung der Feuerwehren in die haushaltspolitische Debatte – auf Landes-, Kreis- und Gemeindeebene
Brandschutz ist Pflicht – kein Spielraum für Kürzungen
Die Feuerwehren unseres Landkreises stehen für Verlässlichkeit, Einsatzbereitschaft und Zusammenhalt. Wir
erwarten dasselbe von der Politik. Wer an der Sicherheit spart, gefährdet nicht nur die Einsatzfähigkeit der
Feuerwehren, sondern riskiert das Vertrauen in staatliche Daseinsvorsorge.
Der Kreisfeuerwehrverband Görlitz steht bereit, seine Position in die politische Diskussion einzubringen – mit
Fakten, mit Verantwortung, mit dem klaren Ziel: Sicherheit und Ehrenamt müssen krisenfest bleiben.
Mit kameradschaftlichen Grüßen
Der Vorstand
Kreisfeuerwehrverband Görlitz e. V.
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